Projektskizze

Das einzigartige Miteinander von Stadtfestungsanlage und romanischer Basilika soll als ein Erfurter Alleinstellungsmerkmal entdeckt werden. In diesem Spannungsfeld liegt die entscheidende Herausforderung und die Chance für eine geistige, soziokulturelle und touristische Wiederbelebung des Petersberges.

Trotz der sehr beachtlichen Aufbauleistungen der Stadt Erfurt und der Bauhütte Petersberg, die in den 20 Jahren seit friedlicher Revolution und Wende 1989/90 erbracht wurden, ist der "Berg" städtebaulich nicht bewältigt, trennt er eher verschiedene Teile Erfurts, als daß er sie verbindet. Gleichwohl wurde mit dem Rahmenplan der Stadt Erfurt von 2002 eine ausgezeichnete planerische Grundlage gelegt, an die angeknüpft werden kann und die es nun - unter den Stichworten "Dachgarten" und "Mischnutzung" - weiter zu entwickeln gilt.

Im Projekt soll ein integriertes Konzept entwickelt werden, das diesen Zustand beenden und zu einer ebenso modellhaften wie dauerhaften Vitalisierung dieses städtebaulichen Areals - in der Landeshauptstadt Erfurt und für das Land Thüringen - beitragen soll. Die Grundannahme dabei ist, daß ein Ort, der Jahrhunderte geistig-kulturell geprägt war auch geistig-kulturelle neu belebt werden muß und gerade so Erfurt und den Erfurtern zurückgegeben werden kann. Dieser Aufgabe hat sich seit 2008 das Collegiat St. Peter & Paul (CPP) gewidmet. Das CPP ist eine ökumenische Gemeinschaft, rechtlich vertreten durch den Förderverein Collegiatstift St. Peter & Paul e.V. (www.collegiat-erfurt.de).

Im Bereich der Projektkommunikation ist der Projekterfolg im wesentlichen von zwei Kriterien abhängig. Zum einen ist es erforderlich, während des gesamten Projektverlaufes alle Projektbeteiligten entsprechend ihrer Aufgaben bzw. Interessen mit aktuellen Informationen zu versorgen bzw. die Abstimmung zu Konzepten zu unterstützen.

Da bei der Vielzahl der Beteiligten und der verschiedenen Teilprojekte eine Fülle von Einzelinformationen vorliegen, soll die systematisierte Informationsversorgung mittels einer Internetbasierten Community-Plattform erfolgen, die allen eingetragenen Mitgliedern je nach Zugehörigkeit zu den verschiedenen Arbeitsgruppen Möglichkeiten zur Dokumentenablage (Bilder und Videos), Terminkalender, E-Mail-Verteilerlisten, Diskussionsforen etc. bietet.

Zum anderen gibt es darüber hinaus viele indirekt am Projekt Beteiligte, die ebenfalls ein Interesse am Projektverlauf und den entstehenden Konzepten besitzen. Ihre Einbindung soll über eine Internetpräsenz mit verschiedenen Partizipationsmöglichkeiten erfolgen. Ziel soll es sein, evtl. bestehende Vorbehalte, Kritiken oder Verbesserungsvorschläge frühzeitig zu ermitteln, sie eventuell zu entkräften oder ggf. im Konzept zu berücksichtigen.

Da bereits jetzt absehbar ist, dass es bei den unterschiedlichen Interessensgruppen unterschiedliche Vorstellungen über die Gestalt und die Zukunft des Petersberges geben wird, sollen die verschiedenen Realisierungsalternativen möglichst frühzeitig virtuell visualisiert werden.

Unter Einbindung verschiedener studentischer Projekte an der Fakultät für Informatik an der FH Schmalkalden (Prof. Dr. Ralf Böse und Prof. Dr. Regina Polster)  soll mittels 3D-Animation und 3D-Visualisierung der Petersberg für Entscheidungsträger und die interessierte Öffentlichkeit erlebbar werden. Digitale Rekonstruktionen sind besonders gut geeignet, historische, nicht mehr vorhandene Architektur bzw. Veränderungen in der Architektur sowie verschiedene Situationen zu simulieren.

Um bei den Beteiligten die Akzeptanz für das Projekt zu steigern und auch ein Verständnis für die einzigartige Geschichte des Petersberges zu entwickeln, soll mittels "Edutainment"[1] bzw. "Virtual Cultural Heritage"[2] eine künstliche, fiktive Erlebniswelt zur Vermittlung von Wissen über vergangene Zeiten auf dem Petersberg geschaffen werden.



[1] "unterhaltsames Lernen"

[2]  Virtuelles, kulturelles Erbe